Hemoriden

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Hemoriden

Hemoriden, Hämorrhoiden oder Hämorriden – gleich drei verschiedene Schreibweisen für eine Krankheit!
Ursprünglich kommt der Name aus dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen Blut und fliessen zusammen.
Früher nannte man sie auch goldene oder blinde Adern.
Hämorrhoiden sind anatomisch gesehen keine Krankheit, sondern ein Gefäßpolster aus Arterien und Venen. Sie sind kreisförmig unter der Analschleimhaut angelegt und haben die Funktion des Feinverschlusses des Afters. Sie dichten den After also ab und sorgen dafür dass Schleim, flüssiger oder breiiger Stuhl nicht versehentlich beim Lachen, Husten, Niesen oder Luft ablassen austreten kann.

Im Volksmund versteht man unter Hemoriden immer eine krankhafte Veränderung des Gefäßpolsters. Dies kann eine Vergrößerung der Venen, Knotenbildung oder tiefer Richtung After getretene oder “herausgedrückte” Hämorrhoiden oder Gefäßknoten sein.
Liegt ein Hämorrhoidalleiden vor, leiden die Betroffenen an Juckreiz, Brennen, Blutungen, Nässen oder Stuhlschmieren.
In fortgeschrittenen Stadien ist meist auch die Bewegungsfreiheit auf Grund von Schmerzen stark eingeschränkt, schon das Sitzen kann zur Qual werden.

Man teilt das Hämorrhoidalleiden oder symptomatische Hämorrhoiden in vier Schweregrade ein

Hämorrhoiden Grad 1

Die Hämorrhoiden sind von aussen nicht sichtbar, sie können nur bei der Untersuchung des Enddarms mittels eines Proktoskops gesichtet werden. Es sind dabei leichte Wölbungen in den Darmkanal zu entdecken, die sich vollständig zurückbilden können und keine Schmerzen verursachen.
Bemerkbar machen sie sich durch leichte hellrote Blutungen beim Stuhlgang oder durch Blutauflagerungen auf dem Stuhl. Der Betroffene merkt dies überwiegend durch Blut auf dem Toilettenpapier.
Leicht zu verwechseln dabei sind sie mit Analfissuren (kleinen Einrissen in der Analschleimhaut), die ebenfalls ähnliche Blutungen hervorrufen.

Hämorrhoiden Grad 2

Beim Pressen fallen die Knoten in den Analkanal vor, können sich aber nach einiger Zeit von alleine wieder zurückziehen. Sie können sich nicht mehr von alleine zurückbilden.
Die Feininkontinenz ist zeitweise beeinträchtigt, Schleim wird vermehrt abgesondert, weicht die Haut rund um den After auf und führt zu Irritationen, Brennen und Juckreiz. In der Folge entstehen leicht Analfissuren und Analekzeme, die Schmerzen mit sich bringen.

Hämorrhoiden Grad 3

Bei körperlicher Anstrengung oder Druckerhöhung im Bauchraum können einer oder mehrere Knoten vorfallen. Nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr von alleine zurück, können aber manuell noch zurück geschoben werden. In der Folge können Blutungen und Enklemmungen auftreten.

Hämorrhoiden Grad 4

Jetzt spricht man vom Analprolaps, das bedeutet das Tiefertreten oder Herausdrücken des gesamten Gefäßpolsters. Manuell kann es nicht mehr zurück geschoben werden. Die Betroffenen leiden unter einem Druckgefühl im Analbereich und Schmerzen.

Wer ist betroffen?

Symptomatische Hämorrhoiden sind eine der häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt, in unterentwickelten Ländern tritt sie fast überhaupt nicht auf.
In Deutschland leiden etwas 50% der Bevölkerung an einem Hämorrhoidalleiden. Männer und Frauen sind etwa zu gleichen Teilen betroffen. Es entwickelt sich meist zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr, zählt somit also zu den Erkrankungen des Alters.
Hämorrhoiden sind teilweise genetisch bedingt, treten in Folge falscher Ernährungsweisen oder auf Grund eines falschen Verhaltens beim Stuhlgangs auf.